Prokis beim 20. Cannstatter Kübelesrennen

Schmotziger Donnerstag in Bad Cannstatt Stuttgart, am 12. Februar 2026: Ausgelassen war die Stimmung schon morgens beim närrischen Wochenmarkt auf dem Cannstatter Marktplatz. Ausgelassen sowieso beim Rathaussturm und beim Hemdglonker-Umzug durch die Marktstraße und höchst ausgelassen beim Höhepunkt der Cannstatter Fasnet, dem Kübelesrennen der Kübler. Närrische Prokis sah man überall, und auch sie stimmten gut gelaunt in den Küblerruf „Narri-Narro-Ahoi“ ein. 28 Teams standen auf dem Marktplatz bereit. Fast alle Parteien waren vertreten, wohl um noch ein paar Wählerstimmen für die kommende Landtagswahl zu ergattern.

Cannstatter Vereine liefen sich warm, die Feuerwehr wollte ihre Fitness zeigen, und mittendrin besprach die Mannschaft der Prokis ihre Taktik. Schnell und als Erster wollte man die Slalomstrecke hinter sich bringen, um auf der gefährlichen Wippe einem Zusammenstoß aus dem Weg zu gehen. Den Aufbau des Stadttores wollten alle drei Rennprokis in Angriff nehmen, um dann nach dem Mondlicht, dem Wagenrad und der Glocke die Ziellinie zu überqueren. Unser Fußballkapitän Michael Rentschler machte sich als Kübelesschieber warm, Bäckermeister Jürgen Frank wagte sich ins Kübele, und Fallschirmweltmeister Klaus Renz gab als Täfelesträger die Richtung vor. Alles war bestens vorbereitet und abgesprochen, nur mit einem hatten unsere drei Renner nicht gerechnet. Gegen die Grünen mussten sie antreten und dass diese ihre Menschenliebe, ihre Humanität gleich beim ersten Hindernis über Bord werfen würden, das war nicht vorhersehbar.

Gnadenlos warfen sie unser Kübele aus der Bahn, und von diesem Schock erholten wir uns nicht mehr. Trotz aller Anstrengungen rasten wir erst nach unserem grünen Gegner über die Ziellinie. Es reichte aber noch zum 9. Platz, und das waren zehn Plätze besser als das zweite Fußball-Team beim Kübelesrennen. Nur den 19. war die Mannschaft des VfB Stuttgart nach einer völlig verwirrten Fahrt geworden. Wir konnten also zufrieden sein, waren wir doch im Olympia-Jahr sowieso mit dem olympischen Grundsatz angetreten: „Nicht der Sieg, die Teilnahme ist das Wichtigste“. Diese Teilnahme wurde dann noch ausgiebig begossen und gefeiert in den übervollen Cannstatter Kneipen, ehe die letzte Stadtbahn zur Heimfahrt mahnte.

Übrigens: Das Rennen gewann die Freiwillige Feuerwehr Sommerrain, die mit feuerwehrmäßig geschlossener Mannschaftsleistung zum Sieg eilte.

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